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Gemeindehaus Fischbach Göslikon

Fischbach-Göslikon: Wie der Bindestrich zwischen den beiden Ortsnamen verbindet das neue Gemeindehaus die beiden historischen Dorfteile.
An der Gabelung zwischen alter und neuer Hauptstrasse setzt das Gemeindehaus einen klaren Erkennungspunkt. Der Haupteingang des etwas zurückversetzten Volumens ist auf die Hauptstrasse ausgerichtet.
Massstabsgerecht tritt der Baukörper tritt nur zweigeschossig in Erscheinung. Der Verlauf der Hangkante entlang der Alten Landstrasse bleibt dadurch erlebbar und die Untergeschossnutzungen zeigen sich nur durch zwei lokale Einschnitte.

Das Gemeindehaus vermittelt auch zwischen den beiden Niveaus und nutzt die Höhenunterschiede für die geschickte Anordnung von Gebäudezugängen und Nutzungen.
Die Positionierung des Neubaus erlaubt es, das bisherige Gemeindehaus (ehem. Schulhaus) während der Bauzeit weiter zu nutzen und erst nach dem Umzug abzubrechen oder einer alternativen Nutzung zuzuführen.

Umgebung
In der Gabelung der beiden Gemeindestrassen steht eine repräsentative Linde (Tilia cordata). Entlang der `Alten Landstrasse` liegt hangseitig eine Wiesenböschung. Diese soll in der weiteren Planung erhalten und optisch gestärkt werden; sie ist die Aussichtskante ins Tal der Reuss und Teil der Wiesen, die in Fischbach-Göslikon auch im Zentrum noch prägend vorhanden sind.
Die Zufahrt für Besucher des Gemeindehauses erfolgt über die `Alte Landstrasse` auf einen leicht ansteigenden Vorplatz, der mit Naturstein gepflastert ist. Hier sind die benötigten Funktionsflächen wie Parkplätze, gedeckte Velostellplätze und die Entsorgungseinrichtungen angeordnet. Zwischen den Parkplätzen stehen mehrstämmige Zierkirschen, die im Sommer Schatten spenden und im Frühling einen prächtigen Blühaspekt liefern. Die lockere Setzung der Zierkirschen setzt sich auf der ganzen Länge der Wiesenkante fort bis zu einem grösseren  Boskett, das den Übergang zu den südöstlich angrenzenden Wohnhäusern definiert.
Entlang der Mellingerstrasse begleitet eine Natursteinmauer das Trottoir. Sie nimmt den Höhensprung zu den Parkplätzen auf und tritt zur Strasse als Sitzmauer in Erscheinung.
Geschwungene asphaltierte Wege führen von der Alten Landstrasse an die Mellingerstrasse über die neu entstehende `Zentrumswiese`. Die Wege gewährleisten eine gute fussläufige Verbindung zwischen den Quartieren, der Bushaltestellen, dem Gemeindehaus und den Einkaufsmöglichkeiten im Zentrum. Die Zentrumswiese wird mit einzelnen Linden als Solitärbäume bepflanzt. Sie untermalen neue, interessante Sichtbeziehungen in die Landschaft heraus.

Räumliche Gliederung
Das Raumprogramm wird auf drei Ebenen entwickelt.
Im Erdgeschoss liegen die beiden Ämter mit direkter Anlaufstelle. In der lichtdurchfluteten Halle findet der Besucher die beiden Aussenschalter, die Halle dient dabei gleichzeitig als Warteraum als auch als Durchgangsbereich.
Im Obergeschoss liegen die Sitzungszimmer sowie die Aufenthaltsräume für die Mitarbeiter. Gegen Süden hin öffnet eine gedeckte Terrasse einen stimmungsvollen Blick über die Reuss-Ebene. Die Terrasse ist von der Halle, der Cafeteria und dem Sitzungszimmer direkt erreichbar und bietet dem Gemeindehaus damit unzählige willkommene Nutzungsmöglichkeiten.
Im Untergeschoss liegen neben Archivräumen eine behindertengerechte Tiefgarage sowie das Bauamt, das funktional unabhängig von der Gemeindeverwaltung betrieben werden, aber dennoch vollumfänglich von dessen Infrastruktur profitiert.

Zeitgemässe Verwaltung
Das Haus bietet den baulichen Rahmen für eine zeitgemässe und zukunftsorientierte Verwaltung der Gemeinde. Schon von aussen verspricht der schlichte, präzise gesetzte Baukörper eine Gemeindeverwaltung , die an Traditionen anknüpft und fit für zukünftige Entwicklungen ist.
Der architektonische Ausdruck wird konsequent aus den funktionalen Erfodernissen entwickelt: die zurückhaltende Putzfassade demonstriert dank dauerhafter Fenstereinfassungen aus Filenit und der eingezogenen und akzentiuierten Eingangspartie ihre öffentliche Bedeutung.
Die Grundrisse garantierten gute betriebliche Abläufe und kurze Wege. Ein einheitliches Büroraster erlaubt auch in Zukunft, flexibel auf geänderte Bedürfnisse zu reagieren.
Die öffentlichen Bereiche liegen im Kern des Gebäudes und sind klar von den Mitarbeiterbereichen getrennt. Je nach Bedarf können die Ämter im Erdgeschoss mit einer internen Erschliessung verbunden werden oder über die Halle erschlossen werden.

Projektwettbewerb mit Präqualifikation, 2013

Landschaftsarchitekt:
Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur >>