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Trampeltieranlage, Knies Kinderzoo

Mit der Trampeltieranlage fand die bis dato grösste Erweiterung des Kinderzoos statt. Damit ist der Kinderzoo innerhalb von zwei Jahren um 6000 m2 gewachsen und umfasste dann eine Fläche von fast 28‘000 m2.
 
Es galt, eine 3500 m2 grosse Rasenfläche in eine art- und zoogerechte Anlage für Trampeltiere umzuwandeln und diese an den bestehenden Zoo anzubinden und kommende Erweiterungen im Hinterkopf mitzudenken.
Trampeltiere eine relativ einfach zu haltende Tierart. Sie sind „winterhart“, leben in der Gruppe und benötigen lediglich einen Unterstand.
Als domestiziertes Last- und Nutztier ist das Trampeltier besonders in Zentralasien weit verbreitet. Am ehesten kennt man dies von mongolischen Nomaden, welche eine lange Tradition in der Kamelhaltung aufweisen.
Daher orientiert sich die Gestaltung der Anlage – wo möglich und sinnvoll – an Bilder aus der Mongolei.
Wie bei anderen Zooanlagen im Kinderzoo geht es M&T nicht primär darum, das Herkunftsland der Tiere möglichst 1:1 zu kopieren. Es geht viel mehr darum, die Fantasie des Zoobesuchers anzuregen und ihm auf spielerische Art, Hinweise auf die Herkunft der Tiere und deren Zusammenleben mit dem Menschen zu geben.
Das Kamelhause erinnert an Bauten einer buddhistischer Klosteranlage, denn abgesehen von Klostern findet man in der Mongolei kaum typische dauerhafte Bauten. Die Mongolen waren und sind zum Teil heute noch, ein Volk von Nomaden. Ihre traditionelle Behausung ist die Jurte (ein Rundzelt mit Kuppel). Sie lässt sich innerhalb kürzester Zeit auf- oder abbauen und auf zwei Kamele packen.
Das offene Kamelhaus hat eine Fläche von 130 m2. Es bietet die Möglichkeit, im Bedarfsfall, zwei Boxen à je 20 m2 abzutrennen. Ein Rolltor bietet bei Bedarf Wind- und Sichtschutz.
Die Landschaft der Mongolei besteht vorwiegend aus hochgelegenen Steppen und Wüsten, weißt aber auch weinige grüne und bewaldete Gebiete auf.
Die Aussenanlage wurde entsprechen gestaltet. Trotz Grünflächen ist sie karg, sandig und steinig. Es gibt Sträucher, ein paar wenige Bäume und Holzhaufen, an denen sich die Tiere ihr Winterfell abstreifen können.
Die Jurte in der Landschaft darf nicht fehlen. Sie beherrbergt Informationsmaterial über das Kamel und die Mongolei. Der lange Erdwall der sie flankiert dient als Aufstieg für das Kamelreiten und als Fütterungsplatz.
Der südliche Teil der Aussenanlage kann als Reitanlage genutzt werden und ermöglicht den Besuchern das besondere Erlebnis auf einem Trampeltier in der Karawane zu reiten.

in Zusammenarbeit mit Pierre Robin, Architekt HTL SIA
 
Bauherrschaft:
Gebrüder Knie, Schweizer National-Circus AG
 
Projektierung: ab Juli 2007
 
Bauzeit: 2 Monate
 
Eröffnung: März 08
 
Holzbauingenieur: Pirmin Jung GmbH

Fachbiologische Beratung: Kurt Müller

Jurte: zeltwelt.ch
Foto 1 bis 4: Dominique Marc Wehrli

Auszeichnung:
"Holzpreis Schweiz prix lignum 2009, Region Ost", Anerkennung