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Rettungsdienst und kantonale Sanitätsnotrufzentrale Bern

Im Projektwettbewerb für den Neubau Rettungsdienst und kantonale Sanitätsnotrufzentrale in  Bern wurde ein 3-geschossiger Ingenieurholzbau nach MINERGIE-P-ECO® -Standart gefordert. Die Struktur des Gebäudes ist auf eine Erweiterung um 3 weitere Geschosse ausgelegt. Die Herausforderung lag dabei eine hohe architektonische Qualität in der Umsetzung dieser Anforderungen zu finden.

Die alten Räumlichkeiten der Sanitätspolizei mitten in der Stadt Bern platzten aus allen Nähten. Der Kanton Bern hat deshalb entschieden, die Raumprobleme auf einer neu erworbenen Parzelle am Stadtrand in optimaler Weise zu lösen.
Es wurde ein Ingenieurholzbau im MINERGIE-P-ECO-Standart mit Systemtrennung erstellt, welcher einen optimalen Betrieb für die Sanitätspolizei ermöglicht.

Das Grundstück liegt im schmalen Dreieck zwischen Gleisfeld und Murtenstrasse und wird über eine westlich liegende Stichstrasse erschlossen. Das neue Gebäude nutzt mit seinem der Grundstücksform angepassten Erdgeschoss die Tiefe der Parzelle. Darüber liegt ein erst zwei- später fünfgeschossiger Baukörper parallel zur Murtenstrasse. Mit der Option der geforderten Aufstockungsmöglichteit hat er das Potential einen adäquaten Auftakt zur anschliessenden Industriezone zu setzen.
Die Gebäudeerschliessung ist dreiseitig orientiert: Die Fahrzeugausfahrten liegen auf der Westseite, damit möglichst viele Fahrzeuge gleichzeitig ausfahren können. Die Anlieferung, Wartung und Parkierung liegen auf der schmalen Ostseite. Der Personenzugang liegt als Haupteingang und Adresse nordseitig an der Murtenstrasse. Die Ausrichtung von Einstellhalle und Tiefgaragenzufahrt zur Stichstrasse garantiert die bestmögliche Übersichtlichkeit bei der Ausfahrt und die kürzestmögliche Wege für die Einsatzfahrzeuge. Die klare räumliche Trennung von Einsatz und Anlieferung/ Wartung garantiert den reibungslosen Betrieb.
Architektur
Die Ästhetik des Ingenieurholzbaus prägt den Ausdruck des Gebäudes. Sie zeigt sich in der Materialisierung von Fassade und Innenräumen (Balken- oder Brettstapel-Beton-Verbunddecken). Die Systemtrennung mit den gut zugänglichen Installationsbereichen trägt ebenfalls zum rationalen Ausdruck der Räumlichkeiten bei.
Die äussere Erscheinung des Baukörpers ist durch eine feine Bänderung horizontal gegliedert. Die geschossweise Verschiebung von Fenstern und Wandscheiben verleih dem Baukörper einen dynamischen Ausdruck. Beim erweiterten sechsgeschossigen Volumen entsteht durch die Wiederholung ein zunehmend ruhigerer Gesamteindruck.
Organisation
Das Erdgeschoss nimmt die Nutzungen  mit direktem Bezug zur Halle auf. Der Eingangsbereich ist als neutraler Bürohauszugang gestaltet und ermöglicht damit eine Mischnutzung des Gebäudes. In den Obergeschossen liegen die Mannschaftsräume, wobei im Norden die kleinteiligen, im Süden die grossflächigen Räume angeordnet sind. Der Erschliessungskern mit den Nassräumen trennt die beiden Bereiche, sodass sich die Wege des aktiven Bereiches nicht mit den internen Beziehungen des Ruhebereichs kreuzen.
Nutzungsflexibilität
Die allseitige Ausrichtung des Gebäudes im Erdgeschoss erlaubt eine weitgehende Entflechtung der Nutzungen und Zugänge.
Die Grundrissorganisation gekoppelt, mit der konsequenten Systemtrennung, schafft ideale Voraussetzung für Nutzungsflexibilität. Über die Decke in den Erschliessungszonen können die Verteilleitungen offen geführt werden. Die Medien in den äusseren Raumschichten werden in den Hohlräumen der Verbunddecke elegant, und jeder Zeit zugänglich, geführt. Durch dieses System lassen sich Leichtbauwände flexibel anordnen.
Minergie-P-ECO
Der Logik eines MINERGIE-P® Konzepts folgend, ist der Bau kompakt gehalten. Das ganze Gebäude ist gut isoliert und weist einen geschlossenen Dämmperimeter auf. Die Ausrichtung des Baukörpers ist für eine passive Sonnenenergienutzung optimal.
Im Norden liegt der Fensteranteil bei maximal 50%, im Süden bei gut 75% (winterlicher Wärmegewinn). Der Beton der Holz-Beton-Verbunddecke beitet einen optimale Wärmespeicher. Der aussenliegende automatisierte Sonnenschutz dient sowohl dem Blendschutz, als auch den sommerlichen Wärmeschutz. Automatisch gesteuerte Fensterflügel sorgen im Sommer für die Nachtauskühlung.

Projektwettbewerb im offenen Verfahren: Januar 2009, 1. Rang
Realisierung: August 2011 bis Mai 2013

Bauleitung:
Andreas Akeret Baumanagement GmbH>>

Holzbauingenieur:
Pirmin Jung GmbH, Rain >>

Haustechnik:
Amstein + Walthert AG, Zürich >>

Hauptunternehmer:
Wenger Holzbau AG >>

Kunst am Bau:
Boris Rebetez>>

Preis:
PRIX LIGNUM 2015, 1. Rang Region Mitte

Fotos vom fertigen Bau:
Dominique Marc Wehrli

weitere Informationen zum Bau:

der Eröffnungsfilm mit Zeitraffer Bau:
>>zum Film

>>Projekt bei IdeeHolz, Pirmin Jung

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